Auch Temperaturen von annähernd 40 Grad und ein enttäuschender Auftritt der Deutschen Nationalmannschaft konnten die großartige Partystimmung an den vier Festtagen keinesfalls trüben.

Ganz im Gegenteil: Gewohnt ausgelassen feierten die Dorfgemeinschaft und ihre zahlreichen auswärtigen Gäste die Borgloher 5. Jahreszeit.

Der Schützenverein hatte bei der Organisation die bestmöglichen Vorbereitungen getroffen. So wurde beispielsweise das Festzelt mit mehreren Industrieventilatoren weitestgehend heruntergekühlt, sodass die Stimmung hochkochen konnte.

Kommersabend: Don Bertholdo von Borgloh und ein ominöser Stiefelwurf

Auch beim diesjährigen freitäglichen Kommersabend – traditionell der Auftakt eines jeden Borgloher Schützenfestes – blieb trotz der Hitze kein Auge trocken.

Inhaltlich breit gefächert war das Programm: Vor vollem Festzelt führte Vizepräsident Henrik MzA gewohnt souverän durch das Abendprogramm, musikalisch begleitet vom bestens aufgelegten Blasorchester Borgloh.

Erstmalig traten die neu gegründeten Teuto-Chorifeen mit einem Gesangs-Medley auf und sorgten für ausgelassene Stimmung an den Bierzeltgarnituren.

Ebenfalls zu seinem ersten Kommersauftritt wurde Rainer Bulthaupt auf der Bühne begrüßt – hoffentlich nicht zum letzten Mal. Mit seiner Anekdote über einen fliegenden Stiefel, der im Dorf für einiges Chaos sorgte, und einem Blick auf das Pattjackelwesen hatte er die Lacher auf seiner Seite.

Mit Ansgar Pope hingegen trat ein alter Kommersveteran ans Mikrofon und verteilte mit spitzer Zunge satirische Kommentare, wobei insbesondere die Gastvereine nicht verschont wurden.

Zum nahenden Ende seiner Regentschaft zeigte König Martin mit seinen Thronherren noch einmal, weshalb der Schlachtruf „No Böhne, no Party!“ im vergangenen Jahr vollkommen zu Recht häufig durch Borgloh schallte. Getreu ihrem Thronmotto „Ich fühl mich Disco“ gab die Gruppierung mittelalterlicher Herren in knallbunten Disco-Outfits der 70er-Jahre einen Tanz zum Besten, an den sich alle Anwesenden sicherlich noch viele Jahre mit einem Schmunzeln erinnern werden.

Ein weiteres Highlight waren die Tanzmäuse des TUS. Sowohl die Kids als auch die Teenager wurden nach ihren begeisternden Darbietungen jeweils zu einer Zugabe aufgefordert – und erfüllten diesen Wunsch natürlich gerne.

Und dann hielt Henrik Meyer zu Allendorf ganz Borgloh und seinem Vereinswesen den Spiegel vor. Schonungslos deckte MzA sämtliche vermeintlich mafiösen Clanstrukturen des Dorfes auf und beförderte kriminelle Netzwerke, die bisher zumeist verdeckt in der dunklen Halbwelt ihr Unwesen trieben, ans Tageslicht.

Von Don Bertholdo Vogelpohl über die Vereinskrake Mattes Schweer bis zum T(emporär) u(nter) S(ozialniveau) Trinken – und sogar vor der eigenen Familie rund um Clanoberhaupt Super-Heini – kannte Henrik kein Erbarmen. Ross und Reiter wurden erbarmungslos offengelegt. Die verdeckten Ermittler des BKA werden dankend mitgeschrieben haben.

Es bleibt nur die Frage, ob Henrik mit der öffentlichen Denunzierung seiner kriminellen Konkurrenten lediglich seine eigene Machtbasis perspektivisch ausbauen möchte. Der nächste Kommersabend wird es zeigen!

Samstag bis Montag: Jetzt geht die Party richtig los!

Katholische Gottesdienste sind gewöhnlich nicht immer ein Ort losgelöster Heiterkeit. Dies ändert sich jedoch, wenn – wie am Samstag – die Pfarrgemeinde gemeinsam mit dem Schützenverein Borgloh zum Festhochamt in die Pfarrkirche einlädt.

Das musste auch Sarah Twyrdy als Pfarrbeauftragte feststellen, nachdem sie aus dem Johannesevangelium wiedergab, wie Jesus auf einer Hochzeit in Kana Wasser zu Wein verwandelte. Daraufhin brandete kurzerhand Applaus der trinkfreudigen Gemeinde auf.

„Beifall für eine Predigt bekomme ich tatsächlich eher selten“, stellte sie fest, nur um anschließend noch mahnend daran zu erinnern: „Jesus war nicht so fürs Saufen!“

Eine Hitzeschlacht am Hollenberg

Am Samstag und Sonntag musste der Hitzeschlacht am Hollenberg ein Stück weit Tribut gezollt werden: Auf die traditionelle Begleitung durch Pferde und Kutschen musste mit Rücksicht auf das Tierwohl erstmals in der langen Geschichte des Borgloher Schützenfestes verzichtet werden.

Doch zumindest die Meldereiter wurden durch menschliche Äquivalente mehr als würdig ersetzt: Michael Tepe und Philipp Hegemann sorgten in Pferdekostümen für beste Unterhaltung.

Nach dem Antreten der insgesamt 102 Schützinnen und Schützen auf dem Hof Rehme und der anschließenden Kranzniederlegung zu Ehren der Verstorbenen lud die Band „LIKE THIS“ zum Tanzabend ins Festzelt ein. Mit einer starken Performance schaffte es die Band, die zahlreichen Besucherinnen und Besucher zum Feiern zu animieren.

Die neuen Majestäten stehen fest

Am Sonntag stand das Adlerschießen der Schützen und Kinder im Mittelpunkt. Als Erstes fiel der Jugendadler. Neue Jugendkönigin ist Neele Gretzmann, die Celina Nagel und Leonie Meyer mit auf ihren Thron nahm.

Kurze Zeit später fiel auch der Kinderadler. Mit Franka Schriever nahm ebenfalls eine Königin das Zepter in die Hand. Als Prinzgemahl wählte sie Finn Schlattmann. Komplettiert wird der Kinderthron durch die Ehrendamen Charlotte Tepe und Lea König sowie Konrad Schriever und Michel Rottmann als Ehrenherren.

Nach knapp 600 Schuss fiel schließlich auch der Adler bei den erwachsenen Schützen. Mit Holger Rottmann trat ein neuer König in Amt und Würde.

Als erste Amtshandlung erwählte er Sonja Schulte zu seiner Königin. Es folgten der 1. Ehrenherr Thomas Steinkühler und die 1. Ehrendame Dinah Gerling sowie der 2. Ehrenherr Jens Schriewer und die 2. Ehrendame Sarah Spreckelmeyer.

Vervollständigt wird der Thron von Anja Steinkühler, Sven Gerling, Gina Hoffstadt, Jan Drebes, Sabrina Rottmann und Pattjackel Thomas Schulte.

Festmontag mit Ross, Kutsche und großem Gefolge

Die Wetterbedingungen am Montag ließen zum Glück die traditionelle Begleitung durch Ross und Kutsche wieder zu. So konnten die neuen Throne angemessen würdevoll und mit großem Festgefolge mehrfach durch das Dorf geleitet werden.

Viele Zuschauerinnen und Zuschauer säumten die Straßen und begrüßten die neuen Majestäten in ihren Ämtern.

Nach der Ankunft am Schützenplatz und der Parade zu seinen Ehren zeigte König Holger, dass mit ihm kurze, knackige Reden nicht zu machen sind. Ein Herrscher bestimmt schließlich immer noch selbst, wie lange er das Wort an seine Untertanen richtet!

Beim Zapfenstreich und in den folgenden Stunden zeigte sich dann erstmals, wie viel Partypower auch im neuen Thron steckt. Unermüdlich und ohne Rücksicht auf das eigene Wohlbefinden der kommenden Tage zogen König Holger und Königin Sonja mit ihrem Throngefolge in die anstehenden Feierstunden am Montagabend.

Die Feierlichkeiten zum Abschluss des diesjährigen Schützenfestes in Borgloh erreichten ihren Höhepunkt.

Auch die Nationalmannschaft konnte die Stimmung nicht stoppen

Einzig die Deutsche Nationalmannschaft versuchte sich – vergeblich – als Spielverderberin und verpasste mit einer erbärmlichen Leistung am Ende dennoch denkbar knapp im Elfmeterschießen das Achtelfinale.

Weder das Spiel, das im Festzelt tonlos auf einer Leinwand und im Schützenhaus mit Ton auf dem Fernseher zu sehen war, noch das miserable Ergebnis konnten der Feierlaune der Borgloher etwas anhaben.

Die Stimmung war bestenfalls kurzfristig getrübt, wurde jedoch von der „X.O. Band“ mehr als gekonnt wieder aufgebaut und anschließend bis ans Limit gepusht.

So endete in den frühen Morgenstunden des Dienstags ein wieder einmal rundum gelungenes Schützenfest in Borgloh.

Wir freuen uns auf ein ereignisreiches Jahr mit dem neuen Thron!